Deutsche sind im Job im weltweiten Vergleich am zufriedensten

Eine Studie von LinkedIn zeigt, dass Deutsche im Ländervergleich am glücklichsten mit ihrer Arbeit sind / Männer glücklicher als Frauen / Beziehung zu Kollegen wichtiger als Gehalt

Eine Umfrage* von LinkedIn, dem weltweit größten Karriere-Netzwerk, hat ergeben, dass Berufstätige in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern weltweit am zufriedensten sind. So geben 56,3 Prozent der in Deutschland Befragten an, „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ in ihrem Job zu sein. Am glücklichsten sind in Deutschland Personen, die ein eigenes Unternehmen leiten oder im höheren Management arbeiten. Männer sind prinzipiell zufriedener als Frauen.

„Unser Ziel ist es, zum einen durch Vernetzung, aber auch durch Informationen zu Unternehmen und offenen Stellen jedem Mitglied den nächsten Karriereschritt zu ermöglichen“, so Barbara Wittmann, Direktorin Talent Solutions und Mitglied des Führungsteams bei LinkedIn Deutschland, Österreich, Schweiz. „Unsere Studie zeigt, dass eine gute Arbeitsatmosphäre heutzutage wichtiger ist als das Gehalt. Deshalb ist es für Unternehmen von zentraler Bedeutung, die Unternehmenskultur klar zu kommunizieren und das Thema Employer Brand als Priorität zu adressieren.“

Kollegen wichtiger als Gehalt

Bei der Frage, welche Faktoren sich positiv auf die Zufriedenheit im Job auswirken, antworten 37,6 Prozent der Befragten, dass die Beziehung zu den Kollegen am wichtigsten sei. Dieses Kriterium wird somit höher bewertet als das Gehalt (35 Prozent), gefolgt von Eigenverantwortung (31,4 Prozent) und der Tatsache einer Arbeit nachzugehen, die einen positiven Einfluss auf andere hat (28,1 Prozent). Fragt man allerdings HR-Verantwortliche, gehen die meisten (45 Prozent) davon aus, dass das Gehalt den größten Teil zur Zufriedenheit der Arbeitnehmer beitragen würde.

Um insgesamt zufrieden durch das Leben zu gehen, ist für fast die Hälfte der Befragten (42,4 Prozent) ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben elementar. Um eine bessere Work-Life-Balance zu haben, würden vier von fünf (78,8 Prozent) sogar ein geringeres Gehalt in Kauf nehmen.

Kleinstunternehmer stechen den Mittelstand aus

Die Studie zeigt auch, dass die Zufriedenheit mit der Zunahme der Verantwortung und Selbstbestimmtheit zunimmt: Personen, die ein eigenes Unternehmen haben, als Geschäftsführer arbeiten oder eine Position im höheren Management inne haben, geben am häufigsten an, „sehr erfüllt“ von ihrem Beruf zu sein (34,1 sowie 29,2 und 24,6 Prozent). Dagegen sagen nur 10,3 Prozent auf Junior-Level und 14,3 Prozent im mittleren Management, dass sie zufrieden sind. Außerdem stechen die ganz großen und die ganz kleinen Unternehmen den Mittelstand aus, wenn es um die Mitarbeiterzufriedenheit geht: In Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern geben lediglich 48,1 Prozent an „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ zu sein, bei den ganz kleinen (zwei bis neun Mitarbeiter) und den ganz großen Unternehmen (mehr als 5.000 Mitarbeiter) jeweils knapp über 67 Prozent. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Männer in ihrem Job generell etwas zufriedener sind, 60,3 Prozent geben hier an „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ zu sein, bei den Frauen liegt der Prozentsatz nur bei 48,2 Prozent.

Dortmunder am zufriedensten

Im Städtevergleich zeigt sich, dass in Dortmund die zufriedensten Berufstätigen leben, hier geben 62,7 Prozent an, „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ von ihrem Job zu sein. Im Folgenden das gesamte Städteranking:

1. Dortmund
2. Berlin
3. Stuttgart
4. Köln
5. Hamburg
6. Essen
7. München
8. Düsseldorf
9. Frankfurt am Main

Traumjob jetzt finden

Die Studie zeigt zwar, dass die Deutschen im Ländervergleich am zufriedensten im Job sind. Nichtsdestotrotz sind immer noch 43,7 Prozent in beruflicher Hinsicht nicht besonders glücklich. Zudem haben bei der Befragung mehr als zwei Drittel der Deutschen angegeben, dass sie offen für eine neue Position wären, sollte sie ein Recruiter kontaktieren. Um also noch mehr Personen dabei zu unterstützen ihren Traumjob zu finden, hat LinkedIn die neue Funktion „Open Candidates“ eingeführt, die in den kommenden Monaten auch im deutschsprachigen Raum verfügbar sein wird. Open Candidates erlaubt es Mitgliedern, Recruitern zu signalisieren, dass sie auf Jobsuche sind – ohne dass es öffentlich oder für Recruiter aus dem eigenen Unternehmen sichtbar ist.

Außerdem hat Barbara Wittmann, Direktorin Talent Solutions und Mitglied des Führungsteams bei LinkedIn Deutschland, Österreich, Schweiz, folgende Tipps:

Einen Plan haben: Man sollte sich vorher überlegen, welche Faktoren für einen persönlich wichtig sind, um im Job zufrieden zu sein. Eine Empfehlung ist die Erstellung einer Checkliste, in der die Faktoren nach Relevanz geordnet werden. Im Anschluss sollte darüber nachgedacht werden, worauf man verzichten könnte und was elementar ist.

Sich erkundigen: Die Unternehmenswebsite oder die Unternehmensseite auf LinkedIn sind gute Quellen, um in Erfahrung zu bringen, welche Vorstellungen, Anforderungen und Werte das Unternehmen hat und ob diese auch den eigenen Vorstellungen entsprechen. Um herauszufinden, ob die Unternehmen auch halten, was sie versprechen, ist es außerdem gut zu recherchieren, was die Mitarbeiter online über dieses berichten.

Interesse signalisieren: Mit der Open Candidates-Funktion auf LinkedIn können Mitglieder Recruitern signalisieren, dass sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind – ohne dass das öffentlich auf dem LinkedIn-Profil oder Recruitern des aktuellen Arbeitgebers angezeigt wird.

Das eigene Netzwerk nutzen: Auch, wenn gerade keine Stellen ausgeschrieben sind, sind viele Unternehmen offen dafür, sich interessante Kandidaten trotzdem anzusehen. Besser als sich auf gut Glück zu bewerben ist es, im eigenen Netzwerk nachzusehen, ob vielleicht ein Bekannter in dem Unternehmen arbeitet oder mit einer Person dort verbunden ist, die eine Empfehlung abgeben könnte.

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* Censuswide hat im Rahmen der „Work Satisfaction Studie” von LinkedIn über 10.000 Fach- und Führungskräfte und 3.700 HR Manager in Deutschland, Frankreich, Kanada, Australien, Singapur, Niederlande, UK und USA befragt. In Deutschland wurden dafür im Juli 2016 1.000 Personen sowie 503 HR-Verantwortliche interviewt.

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