XING findet wenig internationale Akzeptanz

Letzte Woche wurde der Quartalsbericht (Q3) der XING AG vorgestellt. Aus diesem geht hervor, dass die Talfahrt im Wachstum, an neuen und zahlenden Mitgliedern im deutschsprachigen Raum, eingedämmt werden konnte. Allerdings glänzt das Unternehmen nicht gerade mit großen Werbeeinnahmen.

XING LogoXING konnte im letzten Quartal die Talfahrt im Zuwachs neuer Mitglieder insbesondere im Bereich der zahlenden Premium-Mitglieder im deutschsprachigen Raum (DACH) stoppen. Außerhalb des DACH-Raumes dagegen findet ein stetiger Netto-Abfluss an Premium-Mitgliedern statt, das heißt, es kündigen mehr Mitglieder ihre Premium-Mitgliedschaft, als neue dazukommen – und das trotz eines Mitgliederwachstums. Gerade mal 29 Tausend Premium-Mitglieder verzeichnet das Karrierenetzwerk außerhalb des deutschsprachigen Raumes. Das entspricht einer Konversationsrate von unter 0,5 Prozent. Ein Ergebnis mit dem das börsenotierte Unternehmen nicht zufrieden sein wird.

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Screenshot: XING (Zwischenbericht Q3 2010, PDF 426 KB)

Mittlerweile bezeichnet sich XING in seiner Pressemitteilung nur noch als „Betreiber des in Deutschland größten und aktivsten Business-Netzwerks“. Das liegt vielleicht auch daran, dass XING in der Schweiz vom amerikanischen Pendant LinkedIn leicht überholt wurde.

In diesem Jahr hat XING verstärkt in den spanischen und türkischen Markt investiert. Doch die Aktivitäten in diesen Ländern bleiben weiter weitgehend zurück. Auch in diesen Ländern scheint LinkedIn besser angenommen zu werden, zumindest spiegelt „Google trends“ das in den täglichen Besuchen wieder:

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Screenshot: Google trends LinkedIn vs. XING in Spanien

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Screenshot: Google trends LinkedIn vs. XING in der Türkei

Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Umsätze bei „Subscriptions“ und „Advertising“ im Vergleich zum zweiten Quartal eher marginal gestiegen sind. 0,89 Millionen Umsatz aus Werbeeinnahmen ist für ein börsennotiertes Unternehmen sicher zu wenig. Auch der Umsatzzuwachs aus Premium-Mitgliedschaften („Subscriptions“) ist mit 280 Tausend Euro, im Vergleich zum vorherigen Quartal, auch nur minimal gestiegen.

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Screenshot: XING (Zwischenbericht Q3 2010, PDF 426 KB) 1)Inkl. sonstiger betrieblicher Erträge

„XING ist weiter auf Wachstumskurs“, formulierte es Stefan Groß-Selbeck, Vorstandsvorsitzender der XING AG bei Vorlage der Zahlen. Eine Aussage, die ich aus meiner Sicht nicht vollumfänglich bestätigen kann. Künftig soll international die Steigerung der Aktivität für das Unternehmen im Vordergrund stehen. Ob das gelingt, bezweifle ich eher. Stattdessen sollte XING sich besser auf den Kernmarkt Deutschland konzentrieren und wie schon so oft gefordert, die Basismitgliedschaft noch attraktiver gestalten.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Ich mag Xing, aber die beschränkte Auswahl für Basismitglieder wird noch nen dicker Stein auf dem Weg zu Stabilität sein. Ich habe bereits bei einem größeren Netzwerk gearbeitet, dort hat man schnell genug eingelenkt. Man kann eben nicht immer preiumaccounts erzwingen. Läuft der Kunde durchgehend vor die Wand, wird er irgendwann wechseln. Zeit für Veränderungen und Verbesserungen, Stillstand ist tötlich. So wird StudiVZ nach und nach schleichen Tschüss sagen.

  2. Schade, dass sich mal wieder keine deutsche Firma durchsetzen konnte. Dabei rogrammiertechnisch ist die Seite programmiertechnisch gar nicht schlecht gewesen, aber die Beschränkungen für Basismitglieder machen die Nutzung von Xing quasi unmöglich. Und wenn du heute nicht der Primus bist, dann springen auch bald die (zahlenden) Kunden ab.

  3. Xing ist sehr stark in Deutschland, aber nicht sehr popular im Frankreich oder Schweiz heute (aber es wurde besser) . Ich finde, dass es eine gute Platform ist, aber nicht sehr klar über die Premium/Regular Mitgleid.

    Danke für das Artikel und entschuldigung für den Deutsch

    Alain

  4. Ich muss sagen das genau diese unterschiedlichen Mitgliedsarten mich abschrecken. Ich kann über andere Netzwerke bequem mit interessanten Menschen in Verbindung treten und erfahre dort vielleicht noch viel privatere Einblicke. Mir ist auch ehrlich gesagt lieber ich stelle jemanden ein der nichts zu verbergen hat, als jemanden der sich über ein speziell geschaffenes Schleimernetzwerk mit seinem Sonntagsanzug präsentiert. Gerade in der heutigen digitalen Welt möchte ich echte Menschen mit Gefühlen und einem Leben hinter der eMailadresse. Deswegen wundert es mich auch nicht das sich Xing nicht durchsetzen kann.

  5. Ich scheue mich ehrlich gesagt auch noch, mich auf Xing anzumelden, auch wenns mir schon empfholen wurde!
    Aber irgendwie ist mir das nicht so geheuer. Da sieht mich doch dann jeder – auch die Leute, für die es nicht gedacht ist… oder irre ich mich?

    LG,
    Claudia von Job Altenpflege

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